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Reisebusfahrer, Kollegen und andere Busfahrer!

Eine von vielen Geschichten, die man unterwegs erleben kann!

"Farag "Mein Kollege auf der besagten Kroatienfahrt!

Jeder von unseren Fahrgästen wird während der verschiedensten Reisen bemerkt haben, daß sich die Reisebusfahrer grüßen. Das heißt nicht, daß sie sich kennen. Nein; Es ist die Tatsache, einen Job auszuüben, der viel Verantwortung den Reisegästen gegenüber abverlangt, in der Regel einen Verdienst weit unter dem der LKW-Fahrer beinhaltet, eine Menge Herzblut voraussetzt und den man trotz allem auch noch gerne macht. Diese und andere Punkte sind es, die einen latenten Zusammenhalt erzeugen und den Eindruck vermitteln, man würde sich schon ewig kennen. Dabei ist es egal, ob es ein tschechischer, ein spanischer oder ein schwedischer Kollege ist. Man geht einfach aufeinander zu und hilft sich, wenn Hilfe nötig ist.

Wolfgang und Stefan,Die Kollegen der zweiten Gruppe!

Vielleicht einmal ein kleines Beispiel für diesen Zusammenhalt: Drei Reisegruppen waren mit je zwei Fahrern pro Bus, in Richtung Kroatien unterwegs. Das Ziel: Insel Krk. Auch ich war mit Co-Pilot Faraq unterwegs. Man trifft sich bei Ankunft, man spricht über das Programm, bewertet die zurückgelegte Strecke (Blockabfertigung am Tauerntunnel z.B.) und tauscht Erfahrungen aus. Es darf auch ein bißchen "Busfahrerlatein" dabei sein.

Am nächsten Tag stand ein Programm mit langem Aufenthalt an. Schon während des heraus Rangierens vom Hotelparkplatz bemerkten wir, daß die Lenkhilfepumpe ihren Dienst versagte. Das Ergebnis war, die Lenkung war fast nicht zu bewältigen. Bis zum Aufenthaltsort kamen wir aber noch, wo es daran ging, den genauen Fehler zu finden! Das allerdings ohne Arbeitskombi und ohne Spezialwerkzeug!

Fährüberfahrt von der Insel Cres nach Krk!

Um herauszubekommen, was genau kaput war, mußte ich unter den hinteren Mittelgang auf das Getriebe klettern. Stefan erkannte, daß ich keine Kombi mit hatte und gab mir seine. Ich habe nicht gefragt, er war einfach da und hat geholfen auch wenn es nur Zureichungen waren.

Dann hat ein Spezialwerkzeug gefehlt. Ungefragt sind meine Kollegen mit mir zur nächsten Werkstatt gefahren und wir haben uns das ausgeliehen. (Wohlgemerkt: in Kroatien, in einem Sprachgemisch aus Russisch und Englisch). In der Folge hat uns auch diese private Werkstatt in Kraljevica mehr als einmal über alle Maßen geholfen.

Holger mit seiner Frau und Reisebusfahrerin Nadine. Das sind die Kollegen der dritten Gruppe.!

Eins war klar: Die Pumpe war kaput und nichts anderes. Einen Ersatzbus für den Nachmittag und den nächsten Tag hat der Veranstalter organisiert. Die eigentliche Leistung hat mein Chef absolviert, nämlich eine Hydraulikpumpe von Zagreb zu organisieren und eine Zweite in München in die Startlöcher zu legen, falls die Erste nicht paßt. Nach dem Ausbau der Pumpe konnten Farag und ich am nächsten Tag nur noch auf die Pumpe von Zagreb warten.

Holger mit seiner Frau und Reisebusfahrerin Nadine!

17:30 Uhr kam die Pumpe aus Zagreb und sie paßte auch, zumindest fürs erste. Jedenfalls paßte die alte Druckleitung nicht an die neue Pumpe. Um alles wieder passend hinzukriegen mußte wir noch drei mal in die Werkstatt nach Kraljevica. (letztmalig 21:00 Uhr) Was mich dann aber doch noch beeindruckt hat, war die "frei Bus Lieferung" des Abendessens für Farag und mich, denn wir wären nicht eher zum Essen gegangen, bis alles fertig war. Das wußten meine Kollegen, weil sie es selbst nicht anders machen würden.

Andere - ich nenne sie mal nur Busfahrer - sind der Meinung nur mit einer großen Klappe und mit selbstherrlichen Sprüchen sich da in den Mittelpunkt stellen zu müssen. (Zur gleichen Zeit auf "Krk") Dieser "Busfahrer" war der Meinung, daß er die Diskrepanzen mit dem Chef eines meiner Kollegen, an ihm auslassen müßte. Er kündigte sogar öffentlich die Beschädigung des Busses an. So viel Dummheit konnten wir uns eigentlich nicht vorstellen, aber am anderen morgen war klar, wer dem Kollegen die Kennzeichen abgerissen hatte. Wir haben die Kennzeichen aber wiedergefunden!

Fährüberfahrt von der Insel Cres nach Krk!

Jetzt kann sich natürlich jeder gut vorstellen, daß dieser "Busfahrer" verdammt alleine stand und in Zukunft auch stehen wird, wenn er mal Probleme hat. Denn solche Geschichten sprechen sich sehr schnell und gerade unter Kollegen herum.

Vielleicht sei aber zum Schluß noch erwähnt, das man nach 17 Jahren Reiseverkehr quer durch Europa schon ziemlich viele Busfahrer grüßt, die man auch gut kennt!




©2006 Frank Jeschke / Reisebus - Infoseite

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©2005-2017 Frank Jeschke / Infoseite für Reisebusfahrer

Erstellt am:
  28.05.2005
Letzte Aktualisierung:
  06.07.2017 20:40:36